Abend, der die Sehnsucht anrührt

So muss es sein. Ein Mann mit verschiednen Gitarren, einem Bandonium, einem Minimum an Technik spielt, erzählt, sinniert vor einem Publikum, das bald zum  Zwiegesprächspartner wird, lacht und mitfühlend versinkt. Man spürt, der Mann hat sich was bewahrt. Der ist nicht bitter geworden. Obwohl er sicher oft Grund gehabt hätte. Er macht, er denkt, er singt das, was ihm einkommt. Will lebendig bleiben, glaubt noch an die Hoffnung. Streichelt die Seele. Ich wurde schon manchmal wehmütig. Über die verlorne Zeit, die unnützen Dinge, die nicht getanen Träume, Sehnsüchte… ach ja, und die Liebe.

Ja, warum bin ich so bedacht, was ich darstelle, statt so zu sein, wie mein Gefühl es mir sagt ? Warum sich – oft freiwillig – fesseln lassen von den Vorstellungen anderer ? Wo bin ich aufgehoben ? Wo sagt jemand, Du zu mir ? Ich denk selbst zu oft Ich.

Danke, lieber Stephan Krawczyk, für den geschenkten Ausstieg aus meiner Zeit, wenigstens für einen Abend lang.

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