ABSCHALTEN.

Zu einem Artikel aus der Publik-Forum im März 2011: Aussteigen für immer. Der Artikel ist leider nicht mehr im Netz zu sehen…

Komplexe Themen sind immer schwer zu beurteilen, zumal für den Laien. Es gibt aber auch Dinge im Leben, die stellen sich für den Augenblick so eindeutig und drängend dar, dass es sträflich wäre, weiter zu zögern. Zahlreiche Initiativen bemühen sich seit der Doppelkatastrophe von Japan um Druck für einen sofortigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie. Einige dieser Initiativen habe ich nach meinen Möglichkeiten unterstützt und ich möchte hier nochmal einen Link posten zu einer meiner Lieblingszeitungslektüren, der Publik Forum, die eine sachliche, umsichtige aber keineswegs kalte Sicht der Situation versucht hat. Publik Forum verweist dann auf die große Kampagne von Campact, die meines Wissens wohl die umfangreichste geworden ist und mittlerweile in ganz Deutschland große Beachtung gefunden hat.

Noch zwei, drei Gedanken. Das Thema der Sicherheit und des „Restrisikos“ ist noch nie so ausführlich in allen Medien und Stammtischen diskutiert worden – viele Menschen sind des Themas mittlerweile schon überdrüssig ! Neben diesen Überlegungen, bei denen man zu differenzierten Beurteilungen kommen könnte, zählt aber vor allem ein Argument: wir haben nicht einmal ansatzweise ein Endlager für die strahlende Hinterlassenschaft. Selbst wenn unsere Atomreaktoren „bombensicher“ wären, würden wir allen nachfolgenden Generationen ein unkalkulierbares tödliches Risiko hinterlassen. Schon das ist für mich Grund genug, so schnell als möglich – und wenn möglich sofort – aus der Nutzung der Atomenergie auszusteigen.

Ein Totschlagsargument ist in diesen Tagen oftmals die Preiserhöhung der Energie, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Hier wage ich keine Prognose abzugeben. Nur soviel: Ob mit oder ohne Ausstieg haben in der Vergangenheit die Stromkonzerne immer Möglichkeiten der Preiserhöhung ge- oder erfunden. Das wird auch weiterhin so bleiben. Denn warum sollten Konzerne plötzlich aus lauter Menschlichkeit das Geldverdienen vergessen ? Ein möglicher Weg ist für mich daher der Anbieterwechsel zu einem zertifizierten Ökostromproduzenten. Das erhöht den Druck und hilft die regenerativen Energien weiter zu fördern. Hier unterscheiden sich allerdings die Anbieter und es lohnt, sich genau über die Bezugsquellen des Ökostroms und das Engagement des Anbieters bei der Förderung regenerativer Energien zu informieren. An anderer Stelle hatte ich ja schon auf die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) hingewiesen, die meines Erachtens ein vorbildhafter Anbieter sind. Mittlerweile sollte es auch allen klar sein, dass ein Wandel unserer Energiegewinnung nicht zum Nulltarif zu haben ist, auch wenn sich mit der Herstellung regenerativer Energie und die Produktion dafür erforderlicher Technik durchaus auch Geld verdienen lässt. Für mich und viele andere ist es seit Jahren oder gar Jahrzehnten schon klar, dass ein Weiter so nicht geht und eine Anpassung des eigenen Lebenswandels an die weltweit vorhandenen Ressourcen unbedingt geboten ist. Jeder, der es schon mal – freiwillig oder unfreiwillig – versucht hat, mit weniger und bewusster zu leben, wird diese Erfahrung positiv in Erinnerung haben. Und unser „Verzicht“ (wenn man ihn so nennen möchte) geschieht ja auf sehr hohem Niveau. Mit Jugendlichen habe ich neulich mal auf einer der vielen Seiten einen „ökologischen Fußabdruck“ ausgefüllt und das Erstaunen war schon ziemlich groß, wie oft es die Erde geben müsste, wenn alle so leben wollten wie wir in Deutschland. Und wer kann es ihnen mit welchem Recht verbieten ?

Hier nochmal ein paar Links zum Thema.

Der ökologische Fußabdruck: http://www.oekofuss.de und http://www.footprint-deutschland.de oder als CO2-Rechner: http://greenpeace.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/popup

Und mein persönlicher Favorit, der Stromanbieter EWS: http://www.ews-schoenau.de

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