Spielpädagogik

Gestern Abend in der Dresdner Neustadt eine Weiterbildung zum Thema „Spielpädagogik – die Aufgaben eines Spielleiters“ gehalten. Praktische Infos, Reflexion, Variationen anhand konkreter gemeinsamer Spiele (mit viel Spaß). Jeder Teilnehmer bekam dann auch noch einigen Input mit – hier ein Ausschnitt:

Checkliste für Spielleiter/innen

  • Äußerer Rahmen: Zu welchem Anlass findet das Spiel statt ? (Kinderfreizeit, Pfadfindergruppenstunde, Tagung…) Was habe ich für Räumlichkeiten zur Verfügung (Größe, Teppichboden oder Parkett…), spiele ich draußen: wie geeignet ist der Platz ? (Begrenzung, Nachbarn, Verletzungsgefahr durch Bäume, Steine etc. – Sicherheit bedenken) Welche Materialien habe ich, was muss ich evtl. ausborgen ? Wie viel Zeit habe ich ? (Anmoderation, Erklärung, Rückfragen, Reflexion einplanen – meist dauert es länger als man geplant hat. Beim schönsten Spiel rechtzeitig aufhören, nicht überstrapazieren.) Wie groß wird die Gruppe sein ? Gibt es einen festen Veranstaltungsrahmen, für den ggf. jemand anderes zuständig ist, muss ich Absprachen treffen ? Steht mir ein Co-Leiter zur Verfügung ? (Das wäre der günstigste Fall.)
  • Organisatorische und eigene Vorbereitung: Bin ich gut in Form (körperlich, mental), habe ich mich innerlich auf die Gruppe eingestellt ? Besitze ich eine gut strukturierte Anleitung ? Sie sollte kurz und präzise sein. Auf Rückfragen einstellen. Der Spielablauf sollte möglichst in eine Phantasie anregende Geschichte gepackt sein. Eine Kurzfassung des Spiels mit wichtigen Aspekten und kleinen Skizzen auf Karteikarten schreiben/zeichnen, die ich dann nachher sammeln kann und die mich während des Spielens nicht behindern. Das gibt Sicherheit und sieht sogar noch professionell aus 😉 Haben meine Spiele einen „roten Faden“ und einen Spannungsbogen ? Achtung, nicht mit schwierigen oder sehr intimen Spielen beginnen ! Die Gruppe muss erstmal „warm“ werden. Das geht bei „fremden“, neu entstandenen Gruppen natürlich nicht so schnell. Nach Möglichkeit eine Reflexionsmöglichkeit vorsehen. Die braucht nicht lang zu sein, ein „Blitzlicht“ reicht meist.
  • Materialeinsatz: Was brauche ich für die Spiele, sind die Materialien in gutem Zustand (!!!), muss ich mir etwas ausborgen, kann ich mit den Materialien umgehen – habe ich sie schon benutzt ? Welche Spiele kann ich schnell zwischendurch ohne Material spielen ? Je mehr Material ich habe, desto schwieriger der Transport, desto höher der Wartungsaufwand.
  • Sicherheitscheck: Ist ein Spielaufbau nötig, ist alles sachgerecht aufgebaut (Seile, Knoten etc.), sind Sicherheitsrisiken minimiert (genug Platz, keine Steine, Baumstümpfe, Stühle o.ä.) ? – Vieraugenprinzip, deshalb am besten Co-Leiter !
  • Gruppenscanning: Eine Gruppe ist keine anonyme Masse, sondern besteht immer aus einzelnen TN, die ich erreichen will. Kenne ich die Gruppe, ist sie fremd ? Wie gut kennen sich die TN ? Siehe auch Gruppenphasenmodell: In welcher Gruppenphase befindet sich die Gruppe ? Schauen, welche Besonderheiten in der Gruppe bestehen, unruhige, ablehnende, hyperaktive, schüchterne Teilnehmer, Verfassung der Gruppe – was braucht die Gruppe, was brauchen einzelne TN, worauf muss ich mich einstellen ? Spiele sind freiwillig. Überlegen, ob ich jemand, der nicht mitspielen will, anders einbeziehen kann.

 Gute Spiele findet man u.a. auch hier:

Ansonsten bietet das Internet jede Menge Suchergebnisse. In Anbetracht der Fülle ist es gut, sich vielleicht auf weniger zu beschränken und diese Spiele intensiv zu probieren. Es macht oft auch Sinn, Spiele abzuwandeln, sich eine Geschichte zum Spiel auszudenken oder einfach eine Spielidee zu verwenden und mit einem neuen Inhalt zu füllen… 

Der Abend hat allen viel Spaß gemacht, viel positive Rückmeldung in der Blitzlichtrunde mit brennendem Streichholz am Schluss. Wer also Interesse hat an diesem oder einem ähnlichen Angebot – einfach eine Mail schicken, ich freue mich über Aufgaben.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.