Bretonisches Meer

Die Nordküste ist nicht ganz so bewegt, wie die Westküste Frankreichs, aber allemal so, dass man getrost von einem richtigen Meer sprechen kann. Am Urlaubsort in Nähe des Mont St. Michel über 11 Meter Tidenhub, also Höhenunterschied des Meeres zwischen Ebbe und Flut. Das war eigentlich das Spektakulärste. Mal stolpert man quasi ins Wasser und mal hat man einen langen Weg über den abfallenden Sandstrand, bis man endlich das Wasser erreicht. Bei mir obligatorisch: Sonnenuntergang. Der darf nicht fehlen. Aber nicht nur.

Bretonische Vögel

Bretonien ist schon beeindruckend. Normalerweise müsste ich aus den zahllosen Bildern mit Meer und Architektur die schönsten raussuchen und hier zeigen, aber ich habe mich für die bretonischen Vögel entschieden, die doch sehr prägend waren 😉 Vielleicht später mehr Meer.

Herbstspaziergang

Es sind meist die gleichen Motive, die mir vor die Linse kommen. Jedes Mal verändert sich das Licht, die Färbung der Wiesen, des Laubs, es legt sich ein Dunstfilter vor das Bild. Der Auf den Gemüsekorb konnte ich beim besten Willen nicht verzichten 😉

„Einatmen ist das erste, was wir tun, wenn wir auf diese Welt kommen…“

„… ausatmen das letzte, wenn wir uns von ihr verabschieden.“

Diesen weisen Satz hab ich von einem genialen Psychotherapeuten aus Plzen, Standa Kudrle, gehört. Es ging ein ganzes Wochenende um das Atmen. Auf eine besondere Art (ich berichtete ja schon vom „holotropen Atmen“, siehe Tags). Wiedermal ein großer Schritt nach vorn in der Arbeit mit eigenen Themen, über die ich mich aber nicht in aller Öffentlichkeit verbreiten will. So ist es überhaupt schwierig, nach so einem Seminar mit tiefen Erfahrungen und Erlebnissen, die durch die besondere Art von Trancezustand an Licht aufgetaucht sind, wieder in den Alltag zu kommen, in dem es ja viel zu oft notwendig ist, die Offenheit wieder etwas zurück zu nehmen, um nicht permanent verletzt zu werden. Was lässt sich herüber retten in den Alltag ? Es ist auf alle Fälle die Erfahrung einer „inneren Weisheit“, auf die ich mich verlassen kann, die sich in schwierigen Situationen hervorrufen lässt – das muss man ab und zu erleben, damit man‘ s nicht vergisst – und das ist eine Stärke, die sich daraus ergibt. Und natürlich Freude darüber, dass sich ein Stück unbewältigte Geschichte weitergeschrieben hat, etwas das schlecht war oder ganz einfach fehlte, sich in einer inneren Reise vervollständigt hat. Klingt vielleicht verwirrend und durcheinander, ist aber eine der faszinierenden Erfahrungen vom Wochenende.

Letztlich geht es ja genau um die Frage, was liegt zwischen diesen beiden Atemzügen ? Womit verbringe ich meine Lebenszeit ? Welche Neugeburten und welche Tode erlebe ich auf meiner Reise durch die Welt ? Mehr Bewusstheit, mehr Hinhören auf das eigene Gefühl. In dieser Hinsicht bringt ein wenig mehr Egoismus ein wunderbares Ergebnis: ich bin auch wieder sensibler für andere Menschen, für Missstände, wie auch für Schönes…

Auch diesmal wieder ein paar Bilder, die unmittelbar nach den Atemsitzungen noch völlig in der Erfahrung des gerade Erlebten entstanden sind, versehen mit einer Überschrift, die ein wenig andeutet, was sich während des Atmens so ereignet hat: „…nähe – Trauer, tief vergraben – nicht loslassen können“ (Var. 1 und 2) und „Stiller, fallender Nebel, heiliges Licht“ (Var.1 und 2)

Die Bilder suche ich nochmal, sind beim Neubau der Seite verschwunden…

Erinnerungen

Gestern Abend wieder mal seit langem das Blaue Einhorn auf der Bühne gesehen. Es war ein Konzert quer Beet durch die 20 Jahre des öffentlichen Bestehens. Viele Lieder zum Mitsingen (die CDs stehn ja alle zu Hause) und ein Blick auf das neue Programm mit Liedern von Mikis Theodorakis, die mich gleich sehr beeindruckt haben. Jetzt hab ich mir das ganze Programm in Ruhe angehört und muss sagen, es gelingt immer wieder eine Überraschung. Tiefgang, Ruhe, Sinnlichkeit, Poesie. 2 CDs, die Zeit zum Hören brauchen.

Im Netz fand ich den zu abonnierenden Kanal des Blauen Einhorns, hieraus eins meiner Lieblingslieder. Es klingt anders als bei Lift, aber mindestens genauso zu Herzen gehend.

P.S. In Dresden ist jetzt demnächst bis zu Weihnachten ein spezielles Programm zu hören – und ich werde bestimmt mal hinfahren.

 

www.dasblaueeinhorn.de

Abend, der die Sehnsucht anrührt

So muss es sein. Ein Mann mit verschiednen Gitarren, einem Bandonium, einem Minimum an Technik spielt, erzählt, sinniert vor einem Publikum, das bald zum  Zwiegesprächspartner wird, lacht und mitfühlend versinkt. Man spürt, der Mann hat sich was bewahrt. Der ist nicht bitter geworden. Obwohl er sicher oft Grund gehabt hätte. Er macht, er denkt, er singt das, was ihm einkommt. Will lebendig bleiben, glaubt noch an die Hoffnung. Streichelt die Seele. Ich wurde schon manchmal wehmütig. Über die verlorne Zeit, die unnützen Dinge, die nicht getanen Träume, Sehnsüchte… ach ja, und die Liebe.

Ja, warum bin ich so bedacht, was ich darstelle, statt so zu sein, wie mein Gefühl es mir sagt ? Warum sich – oft freiwillig – fesseln lassen von den Vorstellungen anderer ? Wo bin ich aufgehoben ? Wo sagt jemand, Du zu mir ? Ich denk selbst zu oft Ich.

Danke, lieber Stephan Krawczyk, für den geschenkten Ausstieg aus meiner Zeit, wenigstens für einen Abend lang.

Stephan Krawczyk in Ostritz

Konzertlesung mit Stephan Krawczyk am Donnerstag, 11. November um 19:30 in der Evangelischen Kirche Ostritz: „…und es ist doch kein Friede.“

Viele aus der heutigen Elterngeneration kennen ihn oder haben ihn vielleicht in einem “Underground”-Konzert in der DDR erlebt, bevor er das Land verlassen musste. Jetzt also ganz legal. Lieder und Texte für Leute, die nicht stehnbleiben wollen. Auch heute nicht.

Im Rahmen der Friedensdekade wird Stephan Krawczyk dieses Mal in Ostritz auftreten. Geplant war ursprünglich ein Konzert mit Karl-Heinz Bomberg aus Berlin. Leider ist dieser kurzfristig verhindert und hat seinen langjährigen Freund und Liedermacher-Kollegen vermittelt. Wir dürfen also trotzdem einen spannenden Abend erwarten, da Krawczyk sicher viele Erinnerungen wieder aufleben lassen wird, aber eben nicht beim lauten Protest von gestern stehen bleibt. Seine Lieder schauen auf das Jetzt und sind interessiert am Weitergehen und gestalten eines Lebens mit offenen Augen und heißem Herzen. Der Abend ist also durchaus kein Ostalgie-Abend, auch nicht im besten Sinne, wenn es den überhaupt gibt.

Damit auch die Jüngeren sich ein Bild vom Poeten und Sänger Krawczyk machen können hier ein Link auf seine Homepage. Von dort aus gelangt man auch zu diversen Konzertmitschnitten, Hörproben, Texten etc. Wir würden uns freuen, wenn am Donnerstag – trotz der kurzfristigen Ankündigung – kein Sitzplatz mehr frei bleibt. Es lohnt sich auf jeden Fall. Wie an jedem Abend der Ökumenischen Friedensdekade wird die Kollekte gesammelt für die Unterstützung der Obdachlosenarbeit in der Region Zittau-Görlitz.