Weggeworfen

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Sohn. Sechzehn ist er alt. Mit allem, was dazugehört. Er hat seinen eigenen Kopf, weiß meist besser, was er tun sollte und was nicht. Hat hochfliegende Pläne und doch keinen Plan. Und dann macht er eines schönen Tages eine (kleine) Dummheit. Weil andere ihm geraten haben, mal ein bisschen zu lügen, etwas zu beschönigen. Alles klappt. Er hat Erfolg. Bis eines Tages sein kleiner Betrug rauskommt. Zwei Jahre sind seitdem schon vergangen. Und da lassen ihn alle fallen. Du bist ein Betrüger. Du hast es nicht verdient, dass du weiter in unserer Mitte leben darfst.

Klingt ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Eine kleine Dummheit als Jugendlicher. Und dann nicht mal eine zweite Chance? Kein Betrachten des Umfelds? Kein Blick auf die mittlerweile tolle Entwicklung? Sollte es nicht geben. Gibt es aber.

A. kam vor fast zwei Jahren als 13jähriger aus Somalia, Libyen, übers Mittelmeer bis nach Italien. Heilfroh, dass er überlebt hat. Über ein Jahr bleibt er dort. Dann gelingt es ihm, nach Schweden zu kommen. Er hat gehört, dass es dort gut ist. Zwei Jahre später, er ist jetzt 16, hat er sich nach Deutschland auf den Weg gemacht.

Er ist ein sehr kluger Junge. Aber seinen Glauben an das Gute im Menschen hat er so ziemlich verloren. Zu unglaublich, was er unterwegs alles erlebt hat. Er macht sich keine Illusionen mehr. Hat gelernt, seinen Weg selbst zu organisieren. Spricht mit anderen, hört wie sie es machen. Man gibt ihm Tipps. Aber natürlich versteht er von diesem völlig fremden System, diesen Anträgen und Formularen und den notwendigen Angaben herzlich wenig. Wie auch? Bis vor Kurzem lebte er auf dem Land in einer Lehmhütte mit Feuerstelle mit seiner Großfamilie. Dort kannte er sich aus, diese Sprache, die Wege, die Regeln waren ihm vertraut, von Kindesbeinen an. Für die große Welt hat er sich schon immer interessiert. Aber jetzt war alles ganz anders, viel komplizierter und längst nicht so schön, wie alle immer behauptet haben. Für seine Flucht ist viel Geld zusammengetragen worden. Auf ihn kommt es jetzt an. Und er will diese Chance nutzen.

Er stellt seinen Asylantrag und weil andere ihm raten, erzählt er nicht alles, lässt manches aus, verändert ein paar Dinge. Beginnend in Hamburg wandert er durch verschiedene Einrichtungen der Jugendhilfe. Man kümmert sich um ihn. Aber er weiß, wenn er etwas erreichen will, muss er sich anstrengen. Bald geht er in eine Deutschklasse mit anderen jugendlichen Flüchtlingen. Jede Gelegenheit nutzt er zum Lernen. Schaut sich jeden Tag Nachrichten in deutscher Sprache an. Weiß bald mehr über die Politik im fremden Land, als die meisten Jugendlichen, die hier aufgewachsen sind. Schließlich landet er in einer kleinen Jugend-WG in der Kleinstadt. Weil er sich gut ausdrücken kann, gut informiert ist, neugierig und weiß, was er will, wird er bald zum inoffiziellen Sprecher der Gruppe der somalischen Flüchtlinge. Wenn es etwas zu klären gibt, begibt er sich in die Spur. Als Ramadan ist, hören alle auf ihn, er weiß was zu tun ist, gibt der Gruppe Sicherheit. Oft sitzt er im Büro und spricht mit dem Betreuer über seine Beobachtungen und Überzeugungen, diskutiert über Religion und Demokratie, nutzt jede Gelegenheit, um sein Wissen zu erweitern. Er ist ein selbstbewusster junger Mann geworden. Was unter der Schale steckt, kann man selten erahnen.

Mittlerweile ist es Sommer geworden. Er nutzt auch die Ferien, um sich zu bilden – meist übers Internet per Smartphone unter seiner Bettdecke. Er braucht viel Ruhe und Rückzug, spricht nie wirklich über seine Erlebnisse. Manchmal in Andeutungen. Um sich sicher zu werden, welche Ausbildung er später beginnen möchte, absolviert er auch ein Praktikum. Dann – kurz bevor er zu einem Freund in eine Großstadt fahren möchte – erfährt er vom Vormund, dass sein Asylantrag in allen Punkten abgelehnt wurde. Obwohl er noch minderjährig ist, kann er abgeschoben werden. Man mutmaßt, er sei älter als angegeben. Unterstellt ihm, falsche Angaben gemacht zu haben. Das Jugendamt stellt Eilantrag, reicht Klage gegen den Bescheid ein.

A. nutzt seine Ferienfahrt, um unterzutauchen. Er nimmt sein Leben wieder in die eigenen Hände.

In Deutschland wird im September gewählt. „Wir schaffen das.“ Heute bedeutet das, „wir wollen wieder gewählt werden“. Deshalb wird alles getan, um die Kritiker davon zu überzeugen, dass wir es tatsächlich schaffen – anders als gedacht – so viel wie möglich Flüchtlinge aus dem Land zu schaffen, die Grenzen dicht zu machen und die Geflüchteten den Ankunftsländern am Mittelmeer zu überlassen. Zu diesem Zweck wird die bürokratische Maschinerie immer weiter effektiviert, Fälle werden abgearbeitet und jeder formale Grund wird genutzt, um den Menschen das Asyl zu verweigern. Der einzelne Mensch spielt immer weniger eine Rolle. Alles dient dem Ziel „Wir schaffen das.“ Dafür verzichtet das Land auch auf junge, engagierte, kluge Menschen, die gern arbeiten, lernen, sich auf die Kultur und Lebensweise einlassen wollen. Jeder abgeschobene Flüchtling ist ein Pluspunkt für die Wahl im September.

Für A. bleibt, in der Illegalität zu leben, später vielleicht mit Schwarzarbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das ist seine Alternative zuBürgerkrieg und Hungersnot. Die Behörden arbeiten weiter. Sein Fall ist abgearbeitet.

Wir gehen wählen. Er hat keine Wahl.

Das Ende

Meine Zeit geht zu Ende. Das Jahr geht zu Ende. Meine Geduld geht zu Ende. Mein Geld, meine Kraft, die Beziehung, die Freundschaft, ein Zeitalter, eine Epoche… oder auch ein Krieg, eine Bedrohung oder eine Gefahr gehen zu Ende.

Was bringt es, vom Ende her zu denken ? Kann man dann überhaupt noch was beeinflussen ? Vermiest man sich nicht einfach nur die Stimmung ? Durchaus auch. Aber ich kann auch positive Seiten erkennen. Zunächst die Möglichkeit, am Ende ein Resümee zu ziehen und dann zu sagen, Nein, so will ich es nicht mehr machen. Was man so „Vorsätze“ nennt, meine ich damit nicht. Die sind meist ohne wirkliches Fundament und damit schnell Druck, den man lieber wieder loswerden will. Eine geglückte Veränderung braucht ja zunächst den Blick vom Ende her. Was habe ich gut gemacht ? Wo sind Dinge schiefgelaufen ? Und warum war das so ? Und will ich überhaupt, dass es anders wird, warum ? Es ist eine ganze Reihe von Fragen und Betrachtungen über das, was da gewesen ist. Je ehrlicher, desto größer die Chance der Veränderung. Wenn ich vom Ende her schaue, habe ich schon die Erfahrung des Erfolgs oder des Scheiterns gemacht. Es ist ja auch das berühmte „Perspektiv-wechseln“, das mir eine Voraussetzung für eine Änderung bringt. Wo es geht, auch mit Beteiligung von „Vertrauten“.

Vom Ende her denken heißt auch Abschied (hin-)nehmen. Zum Verabschieden haben wir uns verschiedenste Rituale zugelegt. Sie sind wichtig, damit wir Zeit bekommen, den Verlust – so groß oder klein er auch ist – auch verarbeiten zu können. Das Küsschen beim Verlassen des Hauses, die nicht endenwollende Umarmung vor der großen Reise, das Sitzen, Reden und Schweigen am Kranken- oder Totenbett sind Formen des Abschieds. Manche mögen es auch cooler. Auch da aber Rituale, die über Unsicherheit und Schmerz hinweg helfen.

Vom Ende her denken heißt auch das Unerwartete erwarten, heißt, an mögliche Neuanfänge glauben, heißt, an Erfahrungen anknüpfen, aus Fehlern lernen, Vergebung erfahren, Verzeihen gewähren, geben und nehmen. Das Unerwartete erwarten ist das Brot der Hoffnung. Ohne die ist alles zu Ende. Ohne die Hoffnung mache ich mich nicht mehr auf den Weg, bleibe am Boden liegen. Und zum guten Ende gehört auch der Sinn für die Realität. Ich traue mir das zu, was möglich ist und nicht unbedingt alles, was nötig wäre. Aber soviel, wie ich kann.

Dann geht meine Zeit zu Ende und ich werde sagen, ja, ich würde sie nochmal so füllen. Dann geht meine Geduld zu Ende und ich mache den Break und starte nochmal neu, weil ich mir eine neue Chance geben darf. Dann geht wogmöglich meine Freundschaft zu Ende und ich darf trauern, weil ich weiß, ich bin von Menschen umgeben, die mich tragen können. Solange, bis ich mich wieder aufrappeln kann. Dann geht vielleicht ein Krieg zu Ende und ich kann sagen, ich habe etwas dazu getan, ich habe einem Flüchtling geholfen, ich habe einen Protestbrief geschrieben oder ich habe mich gegen den Hass gewehrt. So gesehen birgt das Ende viele Verheißungen.

Bretonisches Meer

Die Nordküste ist nicht ganz so bewegt, wie die Westküste Frankreichs, aber allemal so, dass man getrost von einem richtigen Meer sprechen kann. Am Urlaubsort in Nähe des Mont St. Michel über 11 Meter Tidenhub, also Höhenunterschied des Meeres zwischen Ebbe und Flut. Das war eigentlich das Spektakulärste. Mal stolpert man quasi ins Wasser und mal hat man einen langen Weg über den abfallenden Sandstrand, bis man endlich das Wasser erreicht. Bei mir obligatorisch: Sonnenuntergang. Der darf nicht fehlen. Aber nicht nur.

Bretonische Vögel

Bretonien ist schon beeindruckend. Normalerweise müsste ich aus den zahllosen Bildern mit Meer und Architektur die schönsten raussuchen und hier zeigen, aber ich habe mich für die bretonischen Vögel entschieden, die doch sehr prägend waren 😉 Vielleicht später mehr Meer.

Herbstspaziergang

Es sind meist die gleichen Motive, die mir vor die Linse kommen. Jedes Mal verändert sich das Licht, die Färbung der Wiesen, des Laubs, es legt sich ein Dunstfilter vor das Bild. Der Auf den Gemüsekorb konnte ich beim besten Willen nicht verzichten 😉

Konsumlaunisches

„Die Konsumlaune der Deutschen ist zum zweiten Mal innerhalb der letzten zwei Monate gesunken.“ Beherrschendes Nachrichtenthema heute. Muss ja was dran sein. Zunächst unterstreicht mein Rechtschreibprogramm das Wort „Konsumlaune“. Scheint also eine dem Computer noch unbekannte Wortkreation zu sein. Mir widerstrebt allerdings, dem Wörterbuch dies hinzu zu fügen. Was bereitet mir Unbehagen ?

Eine Laune ist erstmal generell was Launisches. Also, es gibt da ein Auf und Ab, das ich schlecht vorausberechnen kann, das abhängig ist von verschiedenen inneren und äußeren Faktoren. Zum Beispiel machen mich permanenter Nieselregen und ein Minus auf dem Konto (als äußere Faktoren) und unangenehme Schmerzen (als innerer Faktor) ziemlich schlechtlaunig. Fällt schon einer der Faktoren weg oder kommt ein positiver dazu (z.B. ein herzhafter Kuss), dann besteht die Möglichkeit, dass sich das Kräfteverhältnis der Launen zugunsten hochgezogener Mundwinkel verändert. Es kann sogar passieren, dass dann der Blick aus dem Fenster das Wohlbehagen im Inneren der 4 Wände noch unterstreicht. Was sagt uns das ? Das mit der Laune und auch mit der „Konsumlaune“ ist nicht ein einfaches „Wenn-dann“, sondern ein höchst sensibles und vor allem sehr individuelles Thema.

Eigentlich habe ich die dramatische Meldung gar nicht so schrecklich gefunden. Was ist dabei, wenn die Deutschen grad mal nicht so viel Lust haben, einkaufen zu gehn ? Vielleicht haben sie was Besseres vor ? Oder sie haben alles eingekauft, was sie im Moment brauchen ? Oder haben sie kein Geld in der Tasche und kaufen deswegen nicht so viel von den Dingen, die sie nicht brauchen ? Denn darum geht es ja im Kern: wir Deutschen (und nicht nur wir) sollen fleißig Dinge anschaffen, die wir bis gerade eben gar nicht brauchten. Aber eine aufdringliche, einschleichende, originelle… Werbung hat uns eingeredet, dass wir gerade dieses Produkt noch zu unserem Glück und einer umfassenden Zufriedenheit brauchen. Dann ist unsere Laune wieder ganz oben (wenigstens kurzfristig). Sowas nennt man unter Umständen „Frustkaufen“ – die Welt ist so böse und schlecht zu mir und ein netter Mensch, der mich mal in den Arm nimmt, ist auch nicht in Reichweite, also kauf ich mir was, denn „kaufen macht so viel Spaß…“ (Herbert Grönemeyer). Auf der anderen Seite kann einem auch der Spaß vergehen, sich durch volle Regale zu quälen – ein Produkt aufdringlicher als das andere – dazwischen das Gesäusel der Kaufhauswerbung, drängelnde vollbeladene Einkaufswagenkaravanen und verstopfte Kassen. Und das Lesen der Inhaltsangaben, der Blick auf die zurückgelegten Transportwege macht es auch nicht besser… Frag ich mich, brauch ich das, was da in meinem Wagen liegt ? Je nach Region, in der ich lebe, habe ich vielleicht ein paar Alternativen. Der Blick auf mein Konsumentengewissen, in mein Portmonnaie und mein grad verfügbares Zeitbudget bilden dann den Rahmen meiner Entscheidungen.

Aber grundlegend frage ich mich (wie auch viele andere), wie das überhaupt gehen soll, die Sache mit dem unbegrenzten Wachstum ?! Denn dafür brauchen wir ja auch den wachsenden Konsum. Schon ein Stillstand auf hohem Niveau ist eine Katastrophe. Eigentlich kann ja kein auch nur durchschnittlich denkender Mensch diesem Missverständnis auf den Leim gehen: Wir müssen nur ordentlich weiter und noch mehr konsumieren, dann wächst unsere Wirtschaft und uns geht es noch besser. Da braucht man sich noch nicht mal vorzustellen, wie das mit dem Wachstum dann weltweit aussehen soll. Bleibt nur noch die Schlussfolgerung, dass alle gegenwärtig in diesen Wachstumskurs vernarrten „Fachleute“ und Politiker lieber die Augen vor der Zukunft verschließen, als auf nur eine profitable Quelle für ihre – oft überdurchschnittliche – Bedürfnisbefriedigung zu verzichten. Hatten die alle eine schlechte Kindheit ? Liebt die keiner (mehr) ?

Mir bleiben angesichts so einer Meldung auch mehr Fragen als Antworten. Nur eins weiß ich: Wenn ich von Konsum höre, krieg ich eher schlechte Laune und tue mir lieber anderweitig mal was Gutes. Wer macht mit ? Tut euch zusammen, unternehmt was Schönes drinnen oder draußen und versetzt die Wachstumsapostel mal in schlechte Laune.

Spielpädagogik

Gestern Abend in der Dresdner Neustadt eine Weiterbildung zum Thema „Spielpädagogik – die Aufgaben eines Spielleiters“ gehalten. Praktische Infos, Reflexion, Variationen anhand konkreter gemeinsamer Spiele (mit viel Spaß). Jeder Teilnehmer bekam dann auch noch einigen Input mit – hier ein Ausschnitt:

Checkliste für Spielleiter/innen

  • Äußerer Rahmen: Zu welchem Anlass findet das Spiel statt ? (Kinderfreizeit, Pfadfindergruppenstunde, Tagung…) Was habe ich für Räumlichkeiten zur Verfügung (Größe, Teppichboden oder Parkett…), spiele ich draußen: wie geeignet ist der Platz ? (Begrenzung, Nachbarn, Verletzungsgefahr durch Bäume, Steine etc. – Sicherheit bedenken) Welche Materialien habe ich, was muss ich evtl. ausborgen ? Wie viel Zeit habe ich ? (Anmoderation, Erklärung, Rückfragen, Reflexion einplanen – meist dauert es länger als man geplant hat. Beim schönsten Spiel rechtzeitig aufhören, nicht überstrapazieren.) Wie groß wird die Gruppe sein ? Gibt es einen festen Veranstaltungsrahmen, für den ggf. jemand anderes zuständig ist, muss ich Absprachen treffen ? Steht mir ein Co-Leiter zur Verfügung ? (Das wäre der günstigste Fall.)
  • Organisatorische und eigene Vorbereitung: Bin ich gut in Form (körperlich, mental), habe ich mich innerlich auf die Gruppe eingestellt ? Besitze ich eine gut strukturierte Anleitung ? Sie sollte kurz und präzise sein. Auf Rückfragen einstellen. Der Spielablauf sollte möglichst in eine Phantasie anregende Geschichte gepackt sein. Eine Kurzfassung des Spiels mit wichtigen Aspekten und kleinen Skizzen auf Karteikarten schreiben/zeichnen, die ich dann nachher sammeln kann und die mich während des Spielens nicht behindern. Das gibt Sicherheit und sieht sogar noch professionell aus 😉 Haben meine Spiele einen „roten Faden“ und einen Spannungsbogen ? Achtung, nicht mit schwierigen oder sehr intimen Spielen beginnen ! Die Gruppe muss erstmal „warm“ werden. Das geht bei „fremden“, neu entstandenen Gruppen natürlich nicht so schnell. Nach Möglichkeit eine Reflexionsmöglichkeit vorsehen. Die braucht nicht lang zu sein, ein „Blitzlicht“ reicht meist.
  • Materialeinsatz: Was brauche ich für die Spiele, sind die Materialien in gutem Zustand (!!!), muss ich mir etwas ausborgen, kann ich mit den Materialien umgehen – habe ich sie schon benutzt ? Welche Spiele kann ich schnell zwischendurch ohne Material spielen ? Je mehr Material ich habe, desto schwieriger der Transport, desto höher der Wartungsaufwand.
  • Sicherheitscheck: Ist ein Spielaufbau nötig, ist alles sachgerecht aufgebaut (Seile, Knoten etc.), sind Sicherheitsrisiken minimiert (genug Platz, keine Steine, Baumstümpfe, Stühle o.ä.) ? – Vieraugenprinzip, deshalb am besten Co-Leiter !
  • Gruppenscanning: Eine Gruppe ist keine anonyme Masse, sondern besteht immer aus einzelnen TN, die ich erreichen will. Kenne ich die Gruppe, ist sie fremd ? Wie gut kennen sich die TN ? Siehe auch Gruppenphasenmodell: In welcher Gruppenphase befindet sich die Gruppe ? Schauen, welche Besonderheiten in der Gruppe bestehen, unruhige, ablehnende, hyperaktive, schüchterne Teilnehmer, Verfassung der Gruppe – was braucht die Gruppe, was brauchen einzelne TN, worauf muss ich mich einstellen ? Spiele sind freiwillig. Überlegen, ob ich jemand, der nicht mitspielen will, anders einbeziehen kann.

 Gute Spiele findet man u.a. auch hier:

Ansonsten bietet das Internet jede Menge Suchergebnisse. In Anbetracht der Fülle ist es gut, sich vielleicht auf weniger zu beschränken und diese Spiele intensiv zu probieren. Es macht oft auch Sinn, Spiele abzuwandeln, sich eine Geschichte zum Spiel auszudenken oder einfach eine Spielidee zu verwenden und mit einem neuen Inhalt zu füllen… 

Der Abend hat allen viel Spaß gemacht, viel positive Rückmeldung in der Blitzlichtrunde mit brennendem Streichholz am Schluss. Wer also Interesse hat an diesem oder einem ähnlichen Angebot – einfach eine Mail schicken, ich freue mich über Aufgaben.

 

 

Leidenschaft für Lichter

Liebe echtes Licht. Warm und gefährlich. Mit schlechter Luft und ewigem Gekokel. Aber was ist das schon, wenn man mal schnell den Schalter betätigt oder den Stecker reinsteckt ? So ein paar Dinge gibt es schon noch, bei denen ich gern ewiggestrig bin. Ich schreibe noch gern mit Hand (leider auch schon viel zu selten), ich zünde gern Lichter an, heize einen Ofen mit Vergnügen, gehe auf den Berg mit den eigenen Füßen… Ja, was sind die Dinge, die sich zu bewahren lohnen, so ganz im persönlichen Leben ? Ohne die große Politik. Weil, die kleinen Dinge sind’s ja immerhin, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind.

P.S. Leider sind nicht mehr alle Bilder auffindbar – hier nur eine kleine Auswahl.

Die Schuldenuhr…

Jede(r) weiß es. Es ist ein unangenehmes Gefühl. Die Schulden steigen und steigen. Und es passiert nichts. Jedenfalls nichts Grundlegendes. Dabei wäre es so einfach. Eine Vermögenssteuer – mit Augenmaß – wäre wohl größtenteils akzeptiert und wird trotzdem nicht eingeführt.
Hier Infos: http://www.vermoegensteuerjetzt.de/

Das nächtliche Wiesel – so was wie eine Fabel

Eines Nachts gehe ich in einer kleinen Stadt eine kleine Straße hinab. Völlig in Gedanken. Allein mit mir und einer gelblichen Straßenlaterne. Ich denke nach über die wichtigen Dinge der Welt. Wie es sei, etwas Neues zu tun. Große Gedanken. Geradlinig und schwer. Ein bisschen erhaben auch. Aber sie beflügeln. Wenn ich unten am Ende der Straße angekommen bin, weiß ich: morgen werde ich es tun.

Ein Seufzer entfährt mir, ohne dass ich es beabsichtigt hätte.

Da plötzlich, fast wäre ich drüber gestolpert, taucht vor meinen Füßen ein kleines flinkes, wendiges Tierchen auf. Wäre ich nicht stehngeblieben, ich hätte es glatt zertreten! Es schaut mich aus glitzernden Äuglein an. Fast kommt mir vor, es will mit mir sprechen. Da! Es vollführt eine kleine elegante Wendung und steht plötzlich auf meiner linken Seite. Dann wieder eine Drehung, ein sanftes Schwingen, ein Huschen durch den Schatten, da ist es meinen Blicken entschwunden. Schon will ich weitergehen, da taucht es wieder auf. Diesmal fixiert dieses kleine Tierchen ganz fest meinen Blick. Und dann – macht es tatsächlich sein spitzes Mäulchen auf und beginnt, kaum merklich, zu sprechen.

“Du wunderst dich sicher über mich. Ganz meinerseits. Grübelst über großen Gedanken. Falten auf der Stirn. Dir fehlt die Leichtigkeit, will sagen die Fähigkeit, die Eleganz der schnellen Drehung. Sieh mich an.” Und schon vollführte das Tierchen wieder eine seiner blitzschnellen Wendungen, so dass mir schon ein bisschen schwindlig vor Augen wurde. “Siehst du, geht es hier nicht weiter, so drehe ich mich in die andere Richtung, kommst du mit deinen groben Schuhen mir zu nahe, weiche ich einfach aus und überrasche dich aus einer ganz unerwarteten Richtung. Gehst du einfach geradeaus und denkst schon mit Seufzen an dein großes Ziel, schlage ich noch schnell einen Haken, peile mein nächstes Ziel an und habe dich vollkommen verwirrt. Und willst du mich in die Enge treiben, so ist mir die kleinste Lücke noch groß genug, um dir im Handumdrehn zu entwischen.”

Das kleine Tierchen wieselt und wuselt um mich herum, ich höre es weiter reden von List und Tücke, von Schlauheit und Taktik, lasse mich belehren über Diplomatie und Winkelzüge… Es wirbelt in meinem Kopf, dass ich nicht mehr weiß wie mir geschieht. Bis ich plötzlich wieder hellwach bin. Gerade höre ich “…du armer Tropf, nimm dir ein Beispiel an mir…” da sehe ich es schlingern neben mir, Gummi auf Pflastersteinen, ein Aufheulen eines Motors, Rücklichter am Ende der Straße und

da liegt das kleine Tierchen am Rand der Straße. Ein kleines Blutrinnsal aus dem Mäulchen. Ich schüttle den Kopf. “Armes Tierchen. Hast du nicht grad noch zu mir gesprochen?” Ungemütlich berührt gehe ich bis ans Ende der Straße.