Leidenschaft für Lichter

Liebe echtes Licht. Warm und gefährlich. Mit schlechter Luft und ewigem Gekokel. Aber was ist das schon, wenn man mal schnell den Schalter betätigt oder den Stecker reinsteckt ? So ein paar Dinge gibt es schon noch, bei denen ich gern ewiggestrig bin. Ich schreibe noch gern mit Hand (leider auch schon viel zu selten), ich zünde gern Lichter an, heize einen Ofen mit Vergnügen, gehe auf den Berg mit den eigenen Füßen… Ja, was sind die Dinge, die sich zu bewahren lohnen, so ganz im persönlichen Leben ? Ohne die große Politik. Weil, die kleinen Dinge sind’s ja immerhin, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind.

P.S. Leider sind nicht mehr alle Bilder auffindbar – hier nur eine kleine Auswahl.

Das nächtliche Wiesel – so was wie eine Fabel

Eines Nachts gehe ich in einer kleinen Stadt eine kleine Straße hinab. Völlig in Gedanken. Allein mit mir und einer gelblichen Straßenlaterne. Ich denke nach über die wichtigen Dinge der Welt. Wie es sei, etwas Neues zu tun. Große Gedanken. Geradlinig und schwer. Ein bisschen erhaben auch. Aber sie beflügeln. Wenn ich unten am Ende der Straße angekommen bin, weiß ich: morgen werde ich es tun.

Ein Seufzer entfährt mir, ohne dass ich es beabsichtigt hätte.

Da plötzlich, fast wäre ich drüber gestolpert, taucht vor meinen Füßen ein kleines flinkes, wendiges Tierchen auf. Wäre ich nicht stehngeblieben, ich hätte es glatt zertreten! Es schaut mich aus glitzernden Äuglein an. Fast kommt mir vor, es will mit mir sprechen. Da! Es vollführt eine kleine elegante Wendung und steht plötzlich auf meiner linken Seite. Dann wieder eine Drehung, ein sanftes Schwingen, ein Huschen durch den Schatten, da ist es meinen Blicken entschwunden. Schon will ich weitergehen, da taucht es wieder auf. Diesmal fixiert dieses kleine Tierchen ganz fest meinen Blick. Und dann – macht es tatsächlich sein spitzes Mäulchen auf und beginnt, kaum merklich, zu sprechen.

“Du wunderst dich sicher über mich. Ganz meinerseits. Grübelst über großen Gedanken. Falten auf der Stirn. Dir fehlt die Leichtigkeit, will sagen die Fähigkeit, die Eleganz der schnellen Drehung. Sieh mich an.” Und schon vollführte das Tierchen wieder eine seiner blitzschnellen Wendungen, so dass mir schon ein bisschen schwindlig vor Augen wurde. “Siehst du, geht es hier nicht weiter, so drehe ich mich in die andere Richtung, kommst du mit deinen groben Schuhen mir zu nahe, weiche ich einfach aus und überrasche dich aus einer ganz unerwarteten Richtung. Gehst du einfach geradeaus und denkst schon mit Seufzen an dein großes Ziel, schlage ich noch schnell einen Haken, peile mein nächstes Ziel an und habe dich vollkommen verwirrt. Und willst du mich in die Enge treiben, so ist mir die kleinste Lücke noch groß genug, um dir im Handumdrehn zu entwischen.”

Das kleine Tierchen wieselt und wuselt um mich herum, ich höre es weiter reden von List und Tücke, von Schlauheit und Taktik, lasse mich belehren über Diplomatie und Winkelzüge… Es wirbelt in meinem Kopf, dass ich nicht mehr weiß wie mir geschieht. Bis ich plötzlich wieder hellwach bin. Gerade höre ich “…du armer Tropf, nimm dir ein Beispiel an mir…” da sehe ich es schlingern neben mir, Gummi auf Pflastersteinen, ein Aufheulen eines Motors, Rücklichter am Ende der Straße und

da liegt das kleine Tierchen am Rand der Straße. Ein kleines Blutrinnsal aus dem Mäulchen. Ich schüttle den Kopf. “Armes Tierchen. Hast du nicht grad noch zu mir gesprochen?” Ungemütlich berührt gehe ich bis ans Ende der Straße.

Wo kommen wir denn da hin ?!

„Da kommt jeder mit einer eigenen Idee“, so laut Sächsischer Zeitung vom vergangenen Samstag Bürgermeister Rößner aus Mittelherwigsdorf. Es ging um Vorschläge für die Verwendung von 30.000 € aus Mitteln des Naturparks Zittauer Gebirge. Nun dachte ich immer, Ideen – zumal viele – sind gut: Man hat eine Auswahl, um die wirklich besten auswählen und bestenfalls umsetzen zu können. Andernorts werden extra Veranstaltungen kreiert, um solch einen Grundstock von Ideen von möglichst vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensumfeldern zu bekommen. Wer darauf verzichtet (im Falle des erwähnten Bürgermeisters aus verletztem Stolz, weil seine eigene Idee nicht umgesetzt werden soll), der outet sich einmal mehr als unfähig, in einer Demokratie Leitungsverantwortung inne zu haben. Schade ist das natürlich, wenn es sich um einen Bürgermeister handelt, der ja eigentlich die Gemeinden voranbringen sollte. Auch das funktioniert besser, wenn man die BürgerInnen einbezieht, transparente Politik macht und nicht alles selber machen will. Es ist wie in einem Unternehmen: Wenn ich von oben alles durchdrücke, alles vorschreibe, eigene Meinungsäußerungen verbiete, dann muss ich mich nicht wundern, wenn Dienst nach Vorschrift gemacht wird und sich die MitarbeiterInnen zurückziehen und schaun, wie sie am besten mit dem Rücken an die Wand kommen. Und diejenigen, die noch Lust auf Mitgestaltung haben, werden auch nicht ewig Geduld haben. Es ist also auch in der Gemeinde Mittelherwigsdorf an der Zeit für eine andere Politik. Die nächste Wahl kommt ja demnächst.

SZ, Samstag, 10.09.2011: MITTELHERWIGSDORF. Verwendung von Mitteln des Naturparks ist offen

Auch mit Beschluss des Nachtragshaushalts für das Jahr 2011 sind sich die Gemeinderäte noch nicht darüber einig, wie die Mittel des Naturparks – rund 30000 Euro – verwendet werden sollten. Nachdem der Mittelherwigsdorfer Bürgermeister Bernd Rößner einen Vorschlag für ein Denkmal zur Einheitsgemeinde zurückgezogen hat, sind die Mittel jetzt im Haushalt eingestellt. Den Vorschlag der Fraktion der Offenen Liste, die Bürger um Ideen zu bitten, wies Rößner zurück. „Da kommt jeder mit einer eigenen Idee“, begründete er das. Der Naturpark Zittauer Gebirge reicht an seine Mitglieder regelmäßig Gelder aus, die dafür verwendet werden sollen, die Region attraktiver zu machen. (tz)